Der verborgene Winterschlaf des Rothirsches. Neue Erkenntnisse zur Winterökologie.

Auszug
Warmblütige Pflanzenfresser, wie Rothirsche oder Gämsen sind während des Winters einer doppelten Belastung ausgesetzt: Einerseits steht ihnen weniger und qualitativ schlechtere Nahrung zur Verfügung, andererseits sind die energetischen Kosten der Wärmeregulation aufgrund der Kältebelastung höher. Wie grosse Huftiere der nördlichen Breiten, die ganzjährig so extreme Lebensräume wie die Hochalpen oder gar arktische Gebiete besiedeln, mit diesem Problem zurechtkommen, darauf konnte die Wildtierbiologie trotz jahrzehntelanger, weltweiter Forschung bisher keine überzeugende Antwort finden. Unbestritten ist, dass im Laufe der Evolution und wahrscheinlich besonders während der Eiszeiten Anpassungen entstanden, die den Tieren trotz Kälte und Nahrungsknappheit das Überleben sichern. Solche finden sich nicht nur bei Steinbock, Rentier und Elch, sondern auch bei Arten, die weniger extremen Winterbedingungen ausgesetzt sind. In einer langjährigen Studie haben Wissenschaftler des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde und Ökologie in Wien den winterlichen Energiebedarf von Rothirschen untersucht und bei dieser Art ungeahnte Fähigkeiten entdeckt.



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