Raumskalen in Ökologie und Artenschutz: Das Beispiel Auerhuhn

Auszug
Ohne Lebensraum geht nichts. Habitat, also geeigneter Lebensraum, ist die Grundvoraussetzung für das Überleben von Wildtieren, egal, ob man Individuen, Populationen oder gar Arten betrachtet. Der Verlust von Lebensraum ist weltweit die wichtigste Bedrohung für die biologische Vielfalt: Mehr als 80 % aller vom Aussterben bedrohten Säugetier- und Vogelarten stehen aufgrund von Habitatzerstörung und -verschlechterung auf den Roten Listen. Folglich ist die Sicherung des Lebensraumes der zentrale Ansatz vieler Artenschutzprogramme. In der Praxis jedoch führen Versuche zur Habitatverbesserung nicht immer zum erwünschten Populationsanstieg. Eine wichtige Ursache für enttäuschte Hoffnungen der Artenschützer liegt in einem unvollständigen Verständnis davon, was Habitat ausmacht. Der Lebensraum jeder Tierart umfasst mehrere räumliche Ebenen, sogenannte Raumskalen, vom Verbreitungsgebiet der Art über die räumliche Verteilung von Populationen bis hin zu den Streifgebieten von Individuen mit dem Angebot an Ressourcen wie Nahrung, Deckung und Nistplätzen. Für einen erfolgreichen Artenschutz muss der Lebensraum auf allen Ebenen stimmen: Seine Grösse und räumliche Verteilung sind ebenso wichtig wie seine Struktur.



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