Die Wald-Wild-Problematik aus der Sicht des Wildtierbiologen

Auszug
Heute werden Wald und Wild oft nicht mehr als Einheit, sondern als Gegensatz empfunden. Verschiedene Entwicklungen haben dazu beigetragen: hohe Schalenwildbestände, fehlende natürliche Feinde, unkoordinierte Jagd, eingeengter und von Störungen heimgesuchter Wildtierlebensraum und suboptimales Äsungsangebot in den begrenzten ruhigen Einständen. Durch Schadwirkungen, besonders durch den Verbiss von Trieben, können die einheimischen Wiederkäuer die Verjüngung der Bäume reduzieren. Hochlagenwälder reagieren infolge ihres langsamen Wachstums besonders sensibel auf Huftierbelastungen. Hier ist der Wildtierverbiss vielerorts ein bedeutender Stressfaktor im Wald. Problemlösungen sind möglich, aber nur durch Zusammenarbeit von allen beteiligten Partnern wie Forstleuten, Waldeigentümern, Wildtierbiologen, Jägern, Landschaftsplanern und Touristikern. Dazu braucht es politische und finanzielle Unterstützung, besonders auch um die fachlichen Lücken in Forschung und Lehre an Hochschulen und wissenschaftlichen Instituten beheben zu können.



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