Kindesmord zu Fortpflanzungszwecken

Auszug
Das Töten von Artgenossen ist zwar ein schockierendes, aber auch ein faszinierendes Thema. Zumindest für die neuere Verhaltensforschung, hat sie doch in ihren Anfängen oft das Wohlergehen der Art propagiert, dem sich das einzelne Individuum unterordnet. In den letzten Jahrzehnten aber erfolgte ein Verständniswandel hin zur Auffassung, dass eine Population aus egoistischen Individuen besteht, die vor allem in ihrem eigenen Inte­resse handeln. Besonders bei Sex und Fortpflanzung gilt Rücksicht we­nig – jedes Individuum möchte seine Gene in der nächsten Generation verankern, falls nötig auf dramatische Weise. Kindesmord als Fortpflan­zungsstrategie ist eine der Verhaltensvarianten, welche die Evolution hervorgebracht hat, und offenbar schrecken auch männliche Braunbären nicht davor zurück. Wie aber können sie durch Kindesmord mehr Junge zeugen? Und welche Tricks wenden Weibchen als Gegenstrategie an, um ihre Jungen zu schützen und sicher aufzuziehen? Eine Forschungsgruppe in Skandinavien ging diesen Fragen mehr als 20 Jahre lang nach – und trägt mit ihren Befunden Neues und Spannendes zum Verständnis des Verhaltens von Braunbären bei.



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