Erbgut-Analyse bei Museums-Bartgeiern - eine genetische Zeitreise

Autor

Barbara Gautschi

Jahr

2001

Typ

Broschüre A4

Umfang

15 Seiten

Sprache

Deutsch


Auszug
Verstaubt, beinahe vergessen, aber noch lange nicht unbrauchbar, stehen tote Bartgeier in Kellern oder liegen in Schubladen von Naturhistorischen Museen. Die einen prachtvoll präpariert, mit stolz ausgebreiteten Flügeln, die anderen, leeren Hüllen gleich, beinahe achtlos weggepackt. Mehrere hundert tote Bartgeier werden so seit über 200 Jahren für die Nachwelt aufbewahrt. Was man damals noch nicht wusste: Mit der getrockneten Haut, den Federn und Knochen dieser toten Tiere hat man auch ihre Erbsubstanz (DNA) erhalten. Zwar ist diese DNA nur noch in geringen Mengen und stark zerstückelt vorhanden, mit modernsten molekularbiologischen Methoden ist es aber trotzdem möglich, sie zu analysieren. Die DNA-Variabilität innerhalb und zwischen Populationen widerspiegelt demographische und verhaltensbiologische Ereignisse, wie zum Beispiel Einbrüche in der Populationsgrösse oder das Wanderverhalten von Individuen. Eine Analyse der DNA aus Museumspräparaten erlaubt deshalb, vergangene Ereignisse zu rekonstruieren. Die hier vorgestellte Erbgut-Analyse zeigt, dass eine solche "genetische Zeitreise" nicht nur von rein wissenschaftlichem Interesse ist, sondern auch eine unmittelbare praktische Bedeutung für die Wiederansiedlung des Bartgeiers in den Alpen hat.


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